Stephen King: Under the Dome (Die Arena)

Kurzzusammenfassung:

Über die ruhige neuenglische Kleinstadt Chester’s Mill stülpt sich eines Tages aus heiterem Himmel eine kraftfeldartige Kuppel und schneidet sie von der Außenwelt inkl. Stromversorgung ab. Während die Regierung über die Armee vergeblich versucht, die Einwohner zu befreien, sieht der korrupte „Dorfkaiser“ Jim Rennie seine Chance, im Ort noch mächtiger zu werden und versucht unter allen Umständen ein Auffliegen seiner Drogengeschäfte zu verhindern, während sich um den Irak-Kriegsveteranen Dale „Barbie“ Barbara schon bald Widerstand formiert…

Lilli Under the Dome

Meine Meinung:

Die Arena war mein erster King nach über 12 Jahren („Sarah“ hat mich damals so geängstigt, dass ich beschloss, mal eine Pause einzulegen). Und ich war gespannt. Sich die alten Helden noch einmal zur Brust zu nehmen birgt ja so einige Risiken (einstürzende Denkmale, zum Beispiel). Doch während ich vor 20 Jahren (das klingt  fast beängstigend :/), zum absoluten Höhepunkt meiner Stephen-King-Verehrung, The Stand – das letzte Gefecht in einer Woche durchhatte, hat es diesmal über zwei Monate gebraucht.

Dafür ist vielleicht weniger der Autor verantwortlich als meine knapper werdende Freizeit. Doch ansonsten hat sich wenig geändert. Nach Die Arena kann mich immer noch guten Gewissens als Stephen King-Fan bezeichnen. Natürlich gab es wieder die alten Bekannten zu begrüßen (gibt es ein Buch von King, in der kein Gehirntumor vorkommt?), und Kings Schreibstil begeistert mich einfach streckenweise immer wieder – vor allem wie er es versteht, Charaktere und deren (Körper)sprache auf den Punkt zu bringen, ist einfallsreich, unterhaltsam und für Unterhaltungslektüre überdurchschnittlich eloquent. Und das apokalyptische Ende inklusive seiner unerklärlichen Vorboten haben nicht enttäuscht.

Die Geschichte der isolierten Menschheit, die sich angesichts überirdischer Katastrophen um das Gute und das Böse schart, erinnerte mich eben an The Stand, aber hat nichts an Spannung verloren. Einzig mit den – ebenfalls King-typischen – oft sehr ins Detail gehenden Beschreibungen des beinahe überbordenden „Personals“ der Geschichte kam ich diesmal nicht mehr so gut zurecht. Es waren einfach so viele Charaktere da, mein Interesse an manchen hielt sich einfach in Grenzen und so habe ich mich manchmal dabei ertappt, dass ich Seiten nur noch überflogen habe.

Doch ich will keine Haare spalten. Leser über 1000 (!!) Seiten interessiert und gespannt zu halten, ohne billige Tricks und mit trotz ihrer Menge plastischen Charakteren – das kann (fast?) keiner so wie the one and only Stephen King. Sollte sich unter Euch ein King-Neuling befinden, würde ich Die Arena zwar nicht unbedingt zum Einstieg empfehlen. Doch für den Rest – ran an den Wälzer, es lohnt sich.

Fazit: 

Hm. War das jetzt eine Rezension? Oder eine verkappte Liebeserklärung an einen meiner großen Schriftsteller-Helden? Egal. Die Arena ist überbordend, spannend, schaurig, bestürzend, emotional – ein echter King, eben. Und eine echte Empfehlung!

 

Hinweis: Diese Rezension bezieht sich auf die englische Originalfassung Under the dome.